Seiten

Dienstag, 18. Dezember 2012

Fuck mia.

Ich zittere stark, meine Beine wollen nachgeben. Langsam lasse ich mich mit dem Rücken an der Wand auf den Boden rutschen. Meine Kehle brennt wie Feuer. Sie fühlt dich rau an, als hätte ich einen Igel verschluckt. In meinem Kopf dröhnt es.
Ja, ich habe einen Fehler begangen. Aber ich musste es tun. Ich kann nicht zulassen, dass meine Eltern meine ganze Disziplin des Tages auf einmal zerstören.
In dem Moment, wo sie dich zum Essen zwingen, gehst du schon alle Möglichkeiten durch, wie du diesen Kalorien entgehen kannst. Und letztendlich ist immer eine Stimme in deinem Kopf die Lauteste..
Kotz es aus. Kotz es aus. Kotz es aus.
Um eins vor weg zusagen, ich hasse Bulimie. Ich hasse das Gefühl, wie man neben dem Klo sitzt, wie die Finger rau werden und der Magen sich dagegen stemmt.
Aber wenn man da sitzt weiß man, dass es kein Zurück mehr gibt. Man muss dieses Essen loswerden..
Und so sitze ich jetzt hier. Mein Herz pocht unnatürlich stark, meine Stimme ist heiser und gedämpft, ich spüre meine Speiseröhre. Meine Gedanken kreisen um die eine Zahl von heute morgen.. 42,8. Das bedeutet ein BMI von genau 18. Hoffentlich ist es morgen nicht mehr. Langsam stehe ich auf; teste, ob mein Kreislauf sich von der ganzen Sache erholt hat. Mir wird schwarz vor Augen, ich rutsche wieder auf den Boden. Stehe wieder auf. Und beginne mit Hampelmännern. "Mach das nie wieder.!", rät mir eine Freundin, selber Bulimikerin. Aber ich höre ihr nicht zu. Es ist nicht gut, das weiß ich, Aber ich weiß auch, dass ich es jedesmal wieder so machen würde.



 Ich habe Angst. Aber das ist egal. Alles ist egal. Nur nicht die Zahl auf der Waage morgen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen